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Identifikationen

Der Zwang, sich mit etwas identifizieren zu müssen, gehört mit zu den Hindernissen auf dem Weg zu einem Neuen Bewusstsein. Auch hier ist eine Angst die Ursache. Es ist die Angst vor der Leere. Man muss etwas sein. Jede Identifikation beginnt mit einem "Ich bin........". Mit diesem "Ich bin dies oder das" geschieht automatisch eine Abgrenzung von anderen. Sei es eine Rolle, die man im Leben spielt, im Berufs- wie im Privatleben, oder ein Charaktereigenschaft oder ein Zustand. Alles dies hat eine trennende und abgrenzende Wirkung. Diese Identifikation stärkt damit das Gefühl von Getrenntsein und ist in unserem Alltagsbewusstsein ständig vorhanden. Sie sind auch die Grundlagen des Egos, das ohne sie nicht existieren könnte.

Diese Identifikationen mit etwas haben Folgen. Wer sich mit dem Körper identifiziert, hat Angst vor dem Tod, weil der dann nicht mehr existiert.Die eigene Existenz ist identisch mit der Existenz des Körpers.

Wer sich mit dem Verstand identifiziert, hat nicht nur einen schlechten Zugang zu seinen Gefühlen. Er kann auch nichts annehmen, was nicht über den Verstand erklärt werden kann. Damit erkennt er auch Erfahrungen und Einsichten von der intuitiven Ebene nicht an. Man spricht dann häufig von einem kopflastigen Menschen. René Descartes hat diese Identifikation dem Verstand zu einem sich verheerend auswirkenden Glaubensmuster gemacht: „Ich denke, also bin ich.“ Es wurde zum Grundmodell der Wissenschaft.

Wer sich mit dem Gefühl identifiziert, handelt meistens nicht sehr rationell. Manchmal verwechselt dieser Mensch seine Gefühle auch mit Intuition, was es aber keineswegs sein muss. Er spricht dann häufig auch vom Bauch, der ihm etwas mitteilt. Das schließt nicht aus, dass Gefühle auch intuitiv sein können.